Umweltbüro Lichtenberg

Ach du dickes Ei

Ein Ei ist ein Wunderwerk der Natur, das durch zwei Schichten vor eindringenden Keimen und anderen Einflüssen aus der Umwelt geschützt wird. Das sind erstens die Eierschale und zweitens die Schalenhaut, die sich zwischen der Schale und dem Eiweiß befindet. Platzt die Schale der Eier, können Keime eindringen und das Ei wird ungenießbar. Die Farben, die für das Färben der Eier verwendet werden, müssen als Lebensmittelzusatzstoffe zugelassen sein. Sie unterliegen strengen Kontrollen und sind synthetisch hergestellt oder aus natürlichen Quellen isoliert. In der Regel gelten die Farbstoffe als unkritisch und werden gut vertragen. Gelangen Farbstoffe beispielsweise durch eine beschädigte Schale ins Ei, nimmt man beim Essen geringe Mengen des Farbstoffes auf, was bei empfindlichen Menschen zu Allergien führen kann. Aber hierbei sollte nicht verwechselt werden: Ist das Ei rund herum um das Eigelb bläulich, dann kommt das von zu langem Kochen und ist unbedenklich.

Vorgefärbte Eier werden jedoch nicht nur mit Farbstoffen verschönert, auch glänzen sollen sie. Hierfür wird Schellack verwendet, der das Ei zusätzlich versiegelt, da die Poren der Schale verschlossen werden. Bei Raumtemperatur halten sich die gekochten Eier einen Monat lang, sollten aber Zuhause zusätzlich im Kühlschrank gelagert werden. Defekte Eierschalen können unter der Lackschicht verschwinden. Generell gilt: Lassen Sie bei der Frische Ihre Nase entscheiden! Solange die Eier nicht faulig riechen, können sie auch verzehrt werden.

Schellack ist ein natürliches Harz tierischen Ursprungs, aus dem früher Schallplatten und Möbelpolituren hergestellt wurden. Das Weibchen der in Indien und Thailand vorkommenden Lackschildlaus bohrt die Zweige der Bäume an, nimmt die Säfte des Baumes auf und scheidet sie als Harz wieder aus. Mit diesem Harz schützt sie ihre Brut. Tausende von Läusen bilden eine 3-8 mm dicke Kruste um die Äste, die dann zur Schellackgewinnung „geerntet“ wird. Nach dem Abkratzen, Auswaschen mit Wasser und dem Umschmelzen landet der Lack auf Eiern, Obst oder Pralinen und bringt sie zum Glänzen.  

Das gravierendste Problem mit den vorgefärbten Eiern ist jedoch ein ganz anderes: Für diese Eier müssen die Herkunft und die Haltungsform nicht gekennzeichnet werden, weil es sich laut Gesetz um verarbeitete Produkte handelt. Zwar ist die umstrittene Käfighaltung seit einigen Jahren verboten, allerdings wurde sie durch die sogenannte Kleingruppenhaltung ersetzt, die nur in wenigen Punkten besser ist als die Legebatterie. Da Verbraucherinnen und Verbraucher solche Eier nicht mehr kaufen wollen, werden sie vermarktet, indem sie in Keksen, Nudeln oder eben zu gefärbten Eiern verarbeitet werden. Längst nicht alle Produzenten geben freiwillig die Haltungsform der Hühner auf den Eierverpackungen an.

 

Möchte man nun als Verbraucher nachhaltige und auch aus Tierschutzsicht unbedenkliche Eier kaufen, sollte man zu Bioeiern greifen. Für Bioeier müssen die Farbstoffe zum Eierfärben extra zugelassen werden. Lediglich das Färben mit Lebensmitteln wie Spinat oder Safran gehört zu den nicht zulassungspflichtigen Farbstoffen und kann ohne Einschränkung erfolgen. Die größte Transparenz bietet das Kaufen von Bioeiern beim regionalen Landwirt des Vertrauens. Dann kann man selbst die Eier kochen und zum Picknick oder in den Urlaub mitnehmen. Auch ungefärbt schmecken die Eier so am besten.

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