Umweltbüro Lichtenberg

Dürfen wir vorstellen? Das Deutsche Shorthorn in der Feldmark

Ein lang gehegter Wunsch wurde wahr: Der Verein Naturschutz Berlin-Malchow, der die Beweidung in der Wartenberger und Falkenberger Feldmark einst initiiert hat, konnte endlich wieder eine zweite Rinderrasse anschaffen. Das Shorthorn-Rind (zu Deutsch: Kurzhorn) stammt ursprünglich aus England und gilt als die älteste Kultur- und Zuchtrasse der Welt. In Deutschland sind sie seit 1840 bekannt und besonders in Schleswig-Holstein verbreitet. Somit ist das Shorthorn die älteste deutsche Fleischrindrasse. 1937 waren noch circa 30.000 Tiere registriert, doch nach dem 2. Weltkrieg wurde die Milchleistung vorrangig bewertet gegenüber der Fleischleistung. So wurde das Shorthorn allmählich durch die Schwarz- und Rotbunten verdrängt. Im Jahr 2016 waren nur noch 164 weibliche und 20 männliche überwiegend hornlose Tiere in Deutschland gelistet, die in vielen kleinen Herden von Hobbyzüchtern gehalten werden. Dadurch stehen sie in der Gefährdungsstufe II (stark gefährdet) auf der Roten Liste der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH).       

Das Shorthorn ist sehr gut für die Robusthaltung geeignet. Das heißt, dass die Tiere das gesamte Jahr im Freien verbringen können und der Eingriff des Menschen möglichst gering gehalten wird. Die Rasse wird als witterungshart, von ruhigem Temperament und mit hervorragendem Fleisch beschrieben. Auch die gute Futterverwertung wird hervorgehoben. Es treten die Farben Rot, Weiß, Rotweiß gefleckt und Rotschimmelfarben auf. Letztgenannte macht sie zu etwas Besonderem, da diese Farbe bei keiner anderen Rinderrasse vorkommt. Ursprünglich waren nur behornte Tiere in der deutschen Zucht vertreten. Diesen kurzen, leicht nach vorn gebogenen und stumpf endenden Hörnern hat die Rasse auch ihren Namen zu verdanken. Durch die Einkreuzung von Schottischem Blut hat allerdings die genetisch verankerte Hornlosigkeit zugenommen.          

Auch für Beweidung auf Naturschutzflächen werden die Rinder gern verwendet. Der BUND nutzt sie zum Beispiel auf den Polderflächen im Biosphärenreservat „Flusslandschaft Elbe“ in Mecklenburg-Vorpommern. Unsere Tiere stammen von einem biologisch wirtschaftenden Betrieb an der Schleswig-Holsteinischen Nordseeküste. Ihr neues Zuhause ist das Naturschutzgebiet Falkenberger Rieselfelder. Gut an die dortigen Bedingungen angepasst, soll sich die kleine Herde aus zunächst einem Bullen und drei jungen Kühen der Landschaftspflege widmen. Damit das Potenzial der Rasse voll ausgeschöpft werden kann, wird in einigen Jahren auch das Fleisch der ersten Deutschen Shorthorns aus Berlin im Naturhofladen in Malchow zu kaufen sein. Wir freuen uns, nun auch in der Wartenberger und Falkenberger Feldmark zum Erhalt dieser faszinierenden Rinderrasse beitragen zu können und hoffen, dass auch Sie sich bei Ihren Spaziergängen an ihnen erfreuen werden.

 

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