Umweltbüro Lichtenberg

Ist das jetzt schon Klimawandel?

Wenn wir jetzt an den sehr regenreichen Sommer 2017 denken, kommt die Frage auf, ob wir es mit Auswirkungen des Klimawandels zu tun haben oder ob es sich noch um normale Wetterschwankungen handelt. Die Deutschen Versicherer prognostizieren langfristig eine kürzere Abfolge zwischen schadenarmen und schadenreichen Jahren. Und plädieren dafür, alles zu tun, um die globale Erwärmung auf zwei Grad zu beschränken. Sie sehen eine große Chance in dem Pariser Klimaschutzabkommen. Denn Unwetter mit Starkregen haben im vergangenen Jahr fast zehnmal so hohe Schäden verursacht wie im Vorjahr. Und auch wenn im Moment niemand einen konkreten Zusammenhang zwischen vermehrten Starkregenfällen und dem Klimawandel belegen kann, so wird doch deutlich, wo die Entwicklung hin gehen kann, wenn die globale Durchschnittstemperatur weiter steigt.


Der Deutsche Wetterdienst gibt an, dass die Region Berlin-Brandenburg den regenreichsten Sommer seit Beginn der Messungen erlebte. Mit 420 Litern pro Quadratmeter fiel fast doppelt so viel Regen wie sonst zu dieser Jahreszeit. Allein die Dauerregenfälle zwischen dem 20. Juni und 2. Juli verursachten hohe Sachschäden von rund 60 Millionen Euro in Berlin-Brandenburg. In Bayern und Baden-Württemberg hingegen blicken die Bewohner auf einen sehr schönen Sommer mit vielen heißen Tagen über 30 Grad zurück. Wegen dieser sehr ungleichen Wetterlagen innerhalb Deutschlands wird der Sommer wohl auch nicht als rekordträchtig in den Aufzeichnungen verbucht werden. Die einzelnen Unwetter haben für starke Schäden gesorgt, aber eben nur lokal begrenzt. Sie zeigen jedoch, dass starke Regenfälle mit Unwettern immer häufiger lokal und potenziell überall auftreten können. Eine Vorhersage wird schwierig.

 

Über das Pariser Klimaabkommen berieten  auch die Teilnehmer der Weltklimakonferenz in Bonn vom 5. bis 11. November 2017. Ziel der Beratung war es, die Details zur Anwendung des Pariser Abkommens auszuarbeiten, um diese dann auf der nächsten Konferenz 2018 in Polen zu verabschieden. Auch ging es um den Austausch zu aktuellen Klimaschutzprojekten und -initiativen der einzelnen Länder, die aktiv die Folgen des Klimawandels bearbeiten. Großbritannien, Kanada und 23 weitere Nationen schlossen sich zur „Powering Past Coal Alliance“ zusammen und kündigten ihren Ausstieg aus der Kohleenergie an. Obwohl in Deutschland etwa 40% der Energie aus Kohle gewonnen werden und dies als eines der größten Verursacher der Klimaveränderung angesehen wird, ist Deutschland nicht Teil des Bündnisses. Es bleibt unkonkret, wann Deutschland endgültig aus der Kohleenergie aussteigt.

Auf der anderen Seite hat Deutschland bereits 2008 die Deutsche Klimaanpassungsstrategie beschlossen. Diese benennt überregionale und lokale Handlungsfelder zum Schutz vor zunehmenden Wetterextremen wie Hitze, Starkregen, Hochwasser, Hagel und Stürme. Und immer mehr Städte stellen sich auf diese Wetterextreme ein und planen damit. Ein Beispiel für diese urbane Klimaanpassung soll im Norden von Berlin entstehen, sobald der Flughafen Tegel geschlossen ist. Das Schumacher-Quartier für circa 10.000 Bewohner wurde klimaangepasst und klimaneutral geplant. Es versorgt sich aus erneuerbaren Energien und es wird keinen Abfluss haben. Wie ein Schwamm wird das Quartier Regenwasser aufnehmen, es speichern und an heißen Tagen damit kühlen. Die „Schwammstadt“ nutzt somit den Starkregen und mildert anschließende Hitzeperioden. Das sind zwei Wetterextreme, auf die sich Städte in Zukunft einstellen müssen. Jede Gemeinde und Region muss, je nach geografischer Lage, seinen eigenen Weg finden, mit den zukünftig zu erwartenden Extremwetterlagen umzugehen.  Sei es der Schutz vor Hochwasser durch Regenrückhaltebecken und renaturierte Uferzonen oder  Fassadenbegrünung zum Schutz und zur Regulierung bei Hitze.

           

Ein wesentlicher Punkt in der Anpassung an den Klimawandel ist, das Bewusstsein für die kommenden Veränderungen zu entwickeln. Denn die Veränderungen in den Wetterlagen geschehen nicht nur am anderen Ende Welt, sondern auch vor unseren Haustüren. Eine Anpassung ist möglich und sinnvoll. Dabei sind aber nicht nur die Politiker, Stadtplaner, Medien und Industrie gefordert, sondern auch jeder einzelne Bürger.

 

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