Umweltbüro Lichtenberg

Naturnah gärtnern – Ein Kinderspiel

Studien zum Rückgang von heimischen Vögeln und Insekten gibt es viele. Jede:r Gartenbesitzer:in kann einen kleinen und auch größeren Teil zur Veränderung beitragen. Auf eine Sitzecke, eine Feuerstelle oder Gemüsebeete muss dennoch nicht verzichtet werden. Es sollte nur bedeuten, dass für die Sitzecke möglichst wenig Fläche versiegelt wird, die Feuerstelle keine Pflanzen und Tiere mit ihrer Hitze beeinträchtigt und dass die Gemüsebeete nachhaltig bearbeitet werden. Eine klare Raumaufteilung ist hilfreich, um alle Ansprüche miteinander zu vereinbaren. Nachfolgend geben wir Tipps und kleine Handlungsanleitungen, wie die Umstellung oder Neuanlage hin zu einem natürlicheren Garten spielend gelingt.

 

Um Flächen für die Versickerung von Niederschlagswasser zu erhalten, sollten im eigenen Garten so wenig Flächen wie möglich versiegelt werden. Hier können Wege aus flachen Steinen helfen, die mit breiten Abständen verlegt werden. In den Zwischenräumen kann Regenwasser besser im Boden versickern, so leisten Sie einen Beitrag zur Grundwasserneubildung. Gute Versteckmöglichkeiten für Insekten bieten Rundholzabgrenzungen zwischen Beeten und Wegen.

 

Vor der Anschaffung neuer Pflanzen, sollte nicht nur die persönliche Vorliebe eine Rolle spielen, vielmehr sollte die Auswahl nach dem gegebenen Standort erfolgen. Wildblumen und heimische Stauden sind zu bevorzugen, besonders diese mit ungefüllten Blüten. Bei gefüllten Blüten sind die Staubblätter zu Blütenblättern umgeformt. Uns Menschen bietet sich somit die größtmögliche Blüte; Bienen, Hummeln und Co finden darin aber keine Nahrung.

Zusammen ergibt sich so eine wild romantische Blütenweide. Ein großes Nahrungsangebot für Insekten bieten z. B. Akelei, Fingerhut und Wilde Malven, aber auch die Blüten unserer heimischen Gemüsepflanzen, wie Kürbis, Zucchini, Lauch oder Wildkräuter eignen sich als Insektenweide.

 

Sollte beim Anlegen der neuen Pflanzflächen zusätzlich Blumenerde benötigt werden, bitte ausschließlich die torffreien Varianten einkaufen. Denn Torf wird auch aus unseren Mooren gewonnen. Torfabbau zerstört Lebensräume seltener Tier- und Pflanzenarten und schädigt durch die Freisetzung von Kohlenstoffdioxid unser Klima. Am klimafreundlichsten lässt sich Gartenerde durch die Nutzung eines eigenen Kompostes gewinnen. Dieser kann in einer Ecke des Gartens angelegt werden und die entstehenden Grünabfälle gelangen in einen Nutzungskreislauf, der nicht nur direkt vor Ort als Dünger und Bodenverbesserer wiederverwendet wird, sondern auch noch die Abfallentsorger entlastet. Chemische Dünger sind im naturnahen Garten tabu, greifen Sie bei Bedarf zu natürlichen Präparaten wie Hornspänen oder auch selbst hergestellten Jauchen oder Brühen. Denn zu einem naturnahen Garten gehört auch Unkraut. Denn viele dieser Arten sind für Tiere ein Genuss. Die Devise lautet also, stehen lassen, zumindest in den wilden Ecken des Gartens. Abgeschnittenen Äste und Zweige und auch Baumwurzeln verleihen dem wilden Garten nicht nur ein natürlicheres Aussehen, sie sind auch ideale Verstecke für kleine Tiere. Lassen Sie die Totholzhaufen, einmal zusammengetragen, liegen, damit die Bewohner nicht gestört werden.

Eine weitere Möglichkeit Artenvielfalt und Natürlichkeit walten zu lassen ist, statt gleichförmigen Hecken Laubgehölze wie Schneeball, Liguster, Heckenkirsche und Felsenbirne als Mischhecke zu setzen. Diese Arten blühen im Frühjahr und bringen später Beeren hervor, die vor allem Vögeln zugutekommen. Reicht die Gartenfläche nicht aus, um entlang der gesamten Grenze einen breiten Gehölzstreifen anzulegen, lässt sich auch eine Schnitthecke, beispielsweise aus Feld-Ahorn, mit Gruppen aus Blütensträuchern kombinieren. 

 

Trockenmauern fangen Höhenunterschiede ab oder gliedern den Garten. Da die Fugen zwischen den Mauersteinen nicht verputzt werden, bieten diese Nischen und Ritzen Platz für Kriechtiere. Die Fugen können mit Polsterstauden oder Wildkräutern bepflanzt, alternativ können auch Steinhaufen angelegt werden.

 

Auch Wasser ist eine Möglichkeit weiteren Tieren und Pflanzen im Garten einen Lebensraum zu bieten. Ein kleiner Teich lockt Libellen an und flache Wasserstellen laden Vögel ein, an heißen Tagen ein Bad zu nehmen. Ein Stock oder Brett in der Wasserstelle führt dazu, dass diese nicht zu Igel- oder Insekten-Fallen werden. 

 

Durch das Aufstellen und Aufhängen von Nisthilfen für Insekten und Vögel können Sie die heimische Pflanzen- und Tierwelt unterstützen. Aber bitte bedenken: Nur das Bereitstellen von Niststätten hilft den Lebewesen nicht, sie müssen auch Nahrung finden. Hier kommen Blumenwiesen ins Spiel, die aus naturnahen Gärten kaum wegzudenken sind. Sie bilden ein wahres Blütenmeer und bieten Wildbienen sowie Schmetterlingen einen Lebensraum. Im Gegensatz zu Rasenflächen sorgen Blumenwiesen für fließende Übergänge im Garten und sollten nur ein- bis zweimal jährlich gemäht werden, am besten mit einer Sense. Damit sie über viele Jahre zuverlässig blühen, ist es wichtig, die Standortverhältnisse zu berücksichtigen. Im Fachhandel sind spezielle Saatgutmischungen je nach Nährstoffgehalt und Feuchtigkeit des Bodens erhältlich.

 

Um regelmäßiges Gießen kommt man auch in einem naturnahen Garten nicht herum. Gegossen wird am besten morgens oder abends, das ist effizienter und für die Pflanzen gesünder als in der Mittagssonne. Im Idealfall erfolgt dies mit dem eigens gewonnenen Regenwasser aus der Tonne. Pflanzen sollten nicht täglich mit wenig Wasser gegossen werden, sondern ein- bis zweimal die Woche richtig. Das nicht täglich zur Verfügung stehende Wasser fördert das Wurzelwachstum der Pflanzen, sie wachsen quasi dem Wasser hinterher.

Im Herbst ist es empfehlenswert kleine Reisighaufen in einer Ecke des Gartens anzuhäufen um Käfern, Insekten und Igel einen Unterschlupf für den Winter zu bieten. Auch abgestorbene Obstbäume bieten Unterschlupf für Vögel und Insekten und sollten daher nicht unüberlegt gefällt werden. Mehrjährige Stauden sollten erst im späteren Frühjahr des kommenden Jahres zurückgeschnitten werden. So können Insekten aller Stadien auch diese Strukturen zum Überwintern nutzen.

 

Der Weg zum Ökogarten geht also auch ohne die ganz große Aktion, einfach Schritt für Schritt. Denn Gärtnern soll in erster Linie Spaß machen und entspannen. Auch ohne das ganz große Umgraben und Ärmel-hoch-krempeln geht es Richtung Naturgarten.

 

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