Umweltbüro Lichtenberg

Verlass’ dich drauf – Sie wirken länger als man glaubt!

Für viele Menschen ist es der alltägliche Begleiter, der häufig in Hosen- oder Jackentasche zu finden ist: Das Zellstofftaschentuch. Entweder weil man ihn braucht oder nur zur Vorsicht.

Bekannte Firmen wie Tempo oder Kleenex haben es über Jahrzehnte geschafft, dass das Zellstofftaschentuch das altbewährte Stofftaschentuch ersetzt. Mittlerweile verwendet ein Mensch in Deutschland durchschnittlich 55 Päckchen Zellstofftücher pro Jahr. Das entspricht einer Anzahl von 275 Zellstofftaschen­tüchern. Was für ein Müllberg, für ein Wegwerfartikel. Das wiegt vor allem schwer mit dem Wissen, dass für die Produktion von Taschentüchern große Mengen an Holz, Wasser und Energie benötigt werden.

 

Für die Zellstoffproduktion wird vorwiegend Nadel- und Laubbaumholz aus skandinavischen und südamerikanischen Ländern verwendet. Der bereits hierbei anfallende Reiseweg ist immens. Der aus Nadelbäumen gewonnene Zellstoff dient der Reißfestigkeit und Laubbaumzellstoff ist für die Saugfähigkeit verantwortlich. Um das Schnauberlebnis voll und ganz abzurunden, kommt auch Eukalyptuszellstoff für die Flauschigkeit zum Einsatz. Für dessen Anbau wird in äquatorialen Gebieten der Regenwald gerodet und auf den Flächen Monokulturen mit Eukalyptus angelegt. Die immer saugfähigeren und reißfesteren Tücher haben zum Nachteil, dass Mikroorganismen wie Bakterien und Pilze die Zellulose und deren Struktur immer schwerer abbauen können. Es hat zu Folge, dass einige Zellstofftaschentücher bis zu fünf Jahre in der Umwelt verbleiben können, bis sie vollständig zersetzt sind. Der Irrglauben, dass ein Zellstofftaschentuch vermeintlich nur eine geringe Zeit in der Umwelt zu finden ist und sich schnell abbaut, ist daher umso gravierender.

 

Weiterhin kommt hinzu, dass bei der Gewinnung von Zellstoff das Holz in einem Chemikalienbad aufgekocht wird. Das Bleichen des Zellstoffs erfordert weitere Chemikalien. Es besteht also die Gefahr, dass während der Produktion gefährliche Chemikalien in die Umwelt gelangen und chemische Rückstände im Zellstofftaschentuch bei der Entsorgung in die Umwelt ausgewaschen werden können. Aufgrund dieser Rückstände ist ein Zellstofftaschentuch, entgegen der vorherrschenden Meinung, nicht mit dem Altpapier, sondern über den Restmüll zu entsorgen. Gelangt ein Taschentuch doch in die Umwelt, dann können die enthaltenen Chemikalien den Boden und die umliegenden Pflanzen belasten und ins Grundwasser gelangen.

 

Es zeigt sich, dass Zellstofftaschentücher aus vielerlei Hinsicht problematisch für unsere Umwelt und Natur sind. Im Speziellen sind diese gefährlich, wenn sie wahllos und achtlos in die Umwelt entsorgt werden.

Eine erste Alternative stellt das Zellstofftaschentuch aus Recycling-Zellstoff dar. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass bei diesem Produkt lediglich der Vorteil bei der Wiederverwendung von Altzellstoff liegt. Es fallen dafür keine neuen Waldrodungen an. Die Verwendung von Chemikalien und die daraus resultierenden Gefahren sind jedoch gleichermaßen kritisch zu betrachten.

Bei Verwendung dieser Taschentücher sollte auf das bekannte Umweltsiegel des Blauen Engels geachtet werden. Dieses garantiert, dass bei der Herstellung der Tücher 100 Prozent Altzellstoff verwendet wird und somit der Energie- und Wasserverbrauch um über 60 Prozent gegenüber der herkömmlichen Herstellung reduziert wird. Wichtig ist jedoch, dass es weiterhin ein Einwegprodukt ist und damit eine schlechte Ökobilanz besitzt.

 

Die beste Lösung ist die Rückbesinnung zum altbewährten Stofftaschentuch. Es besitzt viele Vorteile. Unter anderem ist es mehrfach wiederverwendbar und besticht durch eine hohe Reißfestigkeit und Saugfähigkeit und das ganz ohne Chemikalien. Die aus Baumwolle bestehenden Tücher können daher bei der Ökobilanz glänzen. Das Taschentuch aus Stoff ist aber nur dann ressourcenschonend, wenn es mehrmals wiederverwendet wird. Damit das auch hygienisch einwandfrei geschehen kann, sollte ein Tuch regelmäßig bei mindestens 60 °C gewaschen und anschließend gebügelt werden, damit alle Bakterien und Viren restlos abgetötet werden. Ein regelmäßiger Wechsel der benutzten Taschentücher ist zu empfehlen.

 

Sollte einmal kein Weg an einem Zellstofftaschentuch vorbeiführen, dann achten Sie auf eine ordnungsgemäße Entsorgung und leisten Sie einen aktiven Beitrag dazu, dass Müll in unserer Natur reduziert und verhindert wird.

 

Quellen:
https://starnberg.lbv.de/umweltbildung/ratgeber/papiertaschentücher/
https://www.oekotest.de/gesundheit-medikamente/Stoff-Papier-oder-Recycling-Welches-Taschentuch-hat-die-beste-Oeko-Bilanz_11591_1.html
https://wegwandern.ch/tipps-von-littering-mit-zigis-papiertaschentuechern-und-vielem-mehr/
https://www.igsu.ch/de/littering/was-ist-littering/

 

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