Umweltbüro Lichtenberg

Grüne Berufe - der Landwirt (2)

In lockerer Folge wollen wir Ihnen verschiedene Berufe vorstellen, die im weitesten Sinne mit der Umwelt zu tun haben.
Heute stellen wir Ihnen den Beruf des Landwirtes vor – ein Interview mit Norbert Tögel

 

1. In welcher Firma und Fachrichtung sind Sie tätig?
Im landwirtschaftlichen Familienbetrieb Norbert Tögel. Einem Marktfruchtbetrieb, der 300 ha Fläche in Berlin und Brandenburg landwirtschaftlich bearbeitet. Der Betrieb hat insgesamt 3 Mitarbeiter, von denen sich meist einer in der Ausbildung zum Landwirt befindet.

2. Welche Aufgaben hat ein Landwirt?
Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln wie Brot, Fleisch und Gemüse,
nachhaltige Pflege der Natur,
Arbeit mit der Natur.

3. Welche Voraussetzungen braucht man für diesen Beruf?
Die Berufung zum Landwirt ist die wichtigste charakterliche Voraussetzung, da die Bewirtschaftung von 300 ha Landwirtschaftsfläche einen hohen zeitlichen Aufwand erfordert. Weiterhin sollte der angehende Landwirt höchst flexibel, bodenständig und entscheidungsfreudig sein sowie körperliche Kraft und Ausdauer besitzen. Ein besonderer Schulabschluss ist nicht notwendig.

Landwirt4. Welche Aufgabenfelder ergeben sich in diesem Beruf?
Neben Kenntnissen zum Feldbau sind zum Führen eines Landwirtschaftsbetriebes auch wirtschaftliche und kaufmännische Kenntnisse nötig. Die Beobachtung des Marktes ist besonders wichtig, um die produzierten Nahrungsmittel nicht unter Wert zu verkaufen und damit die Wirtschaftlichkeit des Betriebes zu gefährden. Auch die Jagd ist meiner Meinung nach ein wesentlicher Bestandteil der Landwirtschaft. Hier schützt der Landwirt seinen Ertrag gegen Einflüsse von außen.

5. Wie ist der Ausbildungsablauf?
Die Ausbildung dauert 3 Jahre und hat 2 Berufsfelder, in denen mit Tieren und Pflanzen gearbeitet wird.

6. Welche Fortbildungsmöglichkeiten gibt es?
Im Anschluss an die Ausbildung zum Landwirt besteht die Möglichkeit, einen Facharbeiterabschluss anzustreben. Die Meisterausbildung ist zu empfehlen, wenn die Leitung einer Firma bzw. der Aufbau eines eigenen landwirtschaftlichen Betriebes das Ziel ist. Inhalte sind hier auch die Nachwuchsförderung und das Management eines landwirtschaftlichen Betriebes. Ein Studium der Agrarwissenschaften vermittelt zusätzliches Wissen zu Agrartechnik, Betriebswirtschaftslehre, Marketing und Rechnungswesen.

7. Worin sehen Sie den Umweltbezug in ihrem Beruf?
Landwirte tragen Verantwortung für das Land, den Boden und die auf ihm lebenden Wildtiere.

8. Was ist toll an dem Beruf des Landwirtes?
Die Grundwerte des Lebens sind wichtig. Es geht nicht um Konsum, sondern um das gemeinsame Miteinander und das Leben mit der Natur.

9. Was ist nicht so toll an ihrem Beruf?
Unstabile Marktverhältnisse machen eine sehr hohe Flexibilität und viel Bürokratie notwendig.

10. Ist eigenverantwortliches Handeln und Kreativität gefragt?
Ja, in höchstem Maße.

11. Wie viel Arbeitszeit verbringen Sie im Büro?
Für die laufenden, buchhalterischen Aufgaben der Firma ca. 1 Stunde pro Tag. Für die Fülle an landwirtschaftlichen Anträgen, die jährlich zu stellen sind, können 4 Tage pro Quartal gerechnet werden.

12. Wie ist die Vergütung?
Der Stundenlohn ist eher gering, die Berufung zählt.

13. Wie hat sich ihr Berufsfeld in den letzten Jahren verändert?
Maschinelle Verbesserungen haben in den letzten 30 Jahren eine zeitliche Neuorientierung möglich gemacht. Flächen, für deren Bearbeitung mein Vater noch mehrere Wochen benötigte, kann ich mittels modernster Technik an wenigen Tagen bearbeiten. Die Marktpreise schwanken heute aber wesentlich mehr als vor 10 Jahren. Es wird Lagerfläche für das Getreide benötigt, damit wir verkaufen können, wenn der Preis gut ist und wir keine wirtschaftlichen Verluste machen.

14. Wie schätzen Sie die Zukunftsaussichten in ihrem Beruf ein?
Die Zukunftsaussichten für den Beruf des Landwirtes an sich sind gut, da das Land da ist und Nahrungsmittel produziert werden müssen. Die Bedingungen ändern sich nur. Arbeitsmittel wie Saatgut, Dünger und Diesel, aber auch die Arbeitskräfte und die dazugehörigen sozialen Abgaben steigen, während die erzielten Gewinne großen Schwankungen unterliegen.

15. Würden Sie den Beruf des Landwirtes weiterempfehlen?
Auf jeden Fall. Die Arbeit mit dem Land und den dort wohnenden Menschen macht Spaß. Weniger Hektik als in vielen anderen Berufen macht das Arbeitsgebiet des Landwirtes empfehlenswert.

Vielen Dank für das Interview

Doreen Hantuschke

 

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