Umweltbüro Lichtenberg

Grüne Berufe - Zootierpfleger

In lockerer Folge wollen wir Ihnen verschiedene Berufe vorstellen, die im weitesten Sinne mit der Umwelt zu tun haben.
Heute stellen wir Ihnen den Beruf des Zootierpflegers vor – ein Interview mit Hannes Würtz

 

1. In welcher Firma und Fachrichtung sind Sie tätig?
Ich arbeite beim Naturschutz Berlin-Malchow und kümmere mich dort um Rinderherden, die zur Flächenbeweidung in Schutz- und Naherholungsgebieten gehalten werden.
Als gelernter Zootierpfleger war ich bereits in mehreren Einrichtungen im spezialisierten Tierumgang tätig. Meine derzeitige Tätigkeit in der Naturschutzstation Malchow ist eine Mischung aus Zootierpflege und Landwirtschaft.

2. Welche Aufgaben hat ein Zootierpfleger?
In erster Linie besteht die Aufgabe darin die Tiere rundum zu versorgen. Dazu gehört die tägliche Reinigung von Ausläufen, Stallungen, Käfigen oder Terrarien sowie die Zubereitung und Verteilung des Futters und Fütterung. Auch Tierbeobachtung und beschäftigung oder das Handling zählen dazu und werden in guten Einrichtungen groß geschrieben.

3. Welche Voraussetzungen braucht man für diesen Beruf?
Als erstes sollte man viel Interesse an Tieren und natürlichen Zusammenhängen haben. Die Liebe zum Tier ist dabei unabdingbar und auch körperliche Arbeit bei Wind und Wetter sollte man nicht scheuen.

4. Wie ist der Ausbildungsablauf?
Größere Einrichtungen wie Zoos und Tierparks verfügen oft über mehrere Reviere. Diese sind oft in Tiergruppen unterteilt, wie zum Beispiel: das Elefanten-, Hirschen-, oder Bärenrevier oder die Fasanerie.
In den ersten zwei Ausbildungsjahren ist man in allen Revieren tätig, um alle Arbeiten und Besonderheiten kennen zu lernen. Im dritten Lehrjahr bleibt man in einem Bereich, man kann selbstständiger arbeiten und sich viel mehr in das Gebiet vertiefen. Das wird aber auch, je nach Einrichtung, unterschiedlich gehandhabt. Kleinere Einrichtungen mit weniger Tieren kooperieren häufig mit großen Zoos und schicken ihre Lehrlinge dorthin zu Weiterbildungen. Theorieunterricht gibt es die ganzen drei Jahre in der Berufsschule, entweder einmal wöchentlich oder im Blockunterricht monatlich. Von Grundlagen, wie Sozialverhalten und Futtermittel, bis hin zur Haltung und Zucht einzelner Tierarten wird alles, was in den zeitlichen Rahmen passt, gelehrt. Praxisnahen Unterricht beim Ausbilder oder Kurator geben die guten Praxisbetriebe selbst. Die Ausbildung endet schließlich mit einer theoretischen und praktischen Prüfung.

5. Welche Fortbildungsmöglichkeiten und Aufstiegschancen gibt es?
Es gibt mehrere Fortbildungs– und Aufstiegsmöglichkeiten. So ist es möglich vom Tierpfleger zum Revierpfleger oder absoluten Spezialisten aufzusteigen. Außerdem kann man verschiedene Weiterbildungen besuchen, um selbst Ausbilder zu werden, studieren und Kurator werden, den Meister als Tierpfleger in der Abendschule machen oder Zooinspektor/-in werden.

6. Worin sehen Sie den Umweltbezug in Ihrem Beruf?
Zoos, Tierparks, Wildparks und ähnliche Einrichtungen haben viele Aufgaben:
- Sie zeigen heimische und exotische Tierarten, die man sonst eher selten oder gar nicht zu Gesicht bekommt. Dadurch wird Interesse und Bezug zum Tier und der Natur geweckt.
- Sie übernehmen umweltpädagogische Bildung und Öffentlichkeitsarbeit.
- Es werden Genreserven von seltenen und ausgestorbenen Tierarten erhalten.
- Die Zusammenarbeit verschiedenster Menschen und  Länder wird gefördert.
- Naherholungsgebiete und Ausflugsziele werden geschaffen und erhalten.

7. Was ist toll an Ihrem Beruf?
Der Beruf eines Zootierpflegers kann sehr vielseitig sein, da es mit Tieren nie langweilig wird und man immer wieder von ihnen lernen kann, egal wie lange man in einem Bereich tätig ist. Es ist toll, dass man sich viel bewegt und sehr oft an der frischen Luft ist. Interessante Fachgebiete in diesem Beruf gibt es wie Sand am Meer.

8. Was ist nicht so toll an Ihrem Beruf?
Übermäßige Routine, starke körperliche Belastung, ständiges Arbeiten an den Wochenenden, wenig Mitspracherecht sowie oftmals wenig Umgang mit den Tieren werden von schlechten Arbeitgebern geboten. Es ist wichtig sich dagegen zu wehren. Wer in einem guten Arbeitsklima arbeitet, der geht aber gern auch am Feiertag arbeiten und erfreut sich an den verschiedensten Jahreszeiten.

9. Ist in Ihrem Beruf eigenverantwortliches Handeln und Kreativität gefragt?
Da jeder in seinem Tätigkeitsbereich gewisse Handlungsspielräume hat, muss er auch Verantwortung übernehmen können. Das kann je nach Stellung und Betrieb sehr unterschiedlich ausfallen. Kreativität ist zwar nicht überall gefragt aber für eine gute Arbeit mit Tieren und Menschen absolut notwendig.

10. Wie viel Prozent Ihrer Arbeitszeit verbringen Sie draußen/ am PC?
Je nach Revier und Aufgabengebiet ist es sehr unterschiedlich, ob man eher drinnen oder draußen arbeitet. Die Arbeit am PC nimmt dann mehr Zeit ein, wenn man eher in der Koordination und Geschäftsleitung arbeitet.

11. Wie ist die Vergütung
Die Vergütung ist je nach Betriebsgröße und Bundesland sehr unterschiedlich. Generell ist der Zootierpfleger kein hochbezahlter Schreibtischjob.

12. Wie hat sich Ihr Berufsfeld in den letzten Jahren geändert?
Das  Berufsfeld hat sich die letzten Jahrzehnte stark geändert. Sterile Käfige, minimale Außenanlagen und wenig strukturierte Tierpflege gehören langsam der Vergangenheit an. Naturnahe und größere Anlagen, begehbare Vogelvolieren und Vergesellschaftung verschiedener Tierarten aus einem Lebensraum werden Standard. Auch die Beschäftigung der Tiere ist ein vielseitiges Aufgabenfeld geworden. Ich sehe das als eine sehr positive Entwicklung.

13. Wie schätzen Sie die Zukunftsaussichten Ihres Berufs ein?
Tierpflegerische Tätigkeiten wird es weiterhin geben, auch wenn öffentliche Gelder eher knapper werden. Es ist von Vorteil, flexibel in seinem Aufgabengebiet zu sein. Wer mit Herz und Seele seinen Beruf ausübt, wird auch in der Zukunft interessante Tätigkeiten finden.

Vielen Dank für das Interview

Doreen Hantuschke

 

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